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Partizipation & Bioökonomie

Bürger*innenbeteiligung

Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen erforscht dialogorientierte Verfahren, die Bürger*innen mit Expert*innen zusammenbringen. Gemeinsam wird über politische Entscheidungen oder Planungen beraten. Die daraus resultierenden Empfehlungen werden der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Die Gruppen in diesen Vefahren sind klein und werden, um die vielfältigen Meinungen und Sichtweisen innerhalb der Gesellschaft abbilden zu können, zufallsbasiert ausgewählt. Dabei stärkt dialogorientierte Beteiligung den Austausch von verschiedenen Perspektiven und strebt eine Entscheidungsfindung an, die im Besten Falle von allen als fair empfunden wird. Hierdurch wird die politische Mitsprache von Bürger*innen auch jenseits von Mitgliedschaft und Engagement in organisierten Verbänden und Initiativen möglich, indem die formalen Verfahren der Regulierungsbehörden frühzeitig ergänzt werden, diese jedoch nicht ersetzen.
In der Erforschung der Verfahren werden wir momentan von folgenden Fragen geleitet:

 

  • Wie wird, auf welche Art und Weise, welches Wissen für eine nachhaltige Bioökonomie in diesen Verfahren erzeugt?
  • Wie werden dialogorientierte Verfahren von den Beteiligten wahrgeommen und
  • Wie gehen die Entscheidungsträger*innen mit den erarbeiteten Epfehlungen durch die Verfahren um?

Diese Fragen treiben uns an. In Zeiten von gesellschaftlicher Transformation sehen wir Dialogverfahren als Räume des Politischen, als Orte, an denen neue Ideen des Zusammenlebens entstehen und erprobt werden können.

 

 

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Der Bürger*innenrat „Biobasierte Wirtschaft?! Welche Folgen hat das für unsere Region?“

Vom 30. November bis zum 1. Dezember 2018 fand in Münster der Bürgerrat „Biobasierte Wirtschaft?! Welche Folgen hat das für unsere Region?“ statt. Die Teilnehmer*innen diskutierten und bewerteten den Anbau und die Nutzung nachwachsender Rohstoffe, die intendierten und nicht-intendierten Folgen und Chancen & Risiken einer regionalen biobasierten Wirtschaft.

Ausgewählte Experten standen den Teilnehmenden beratend zur Seite:

Peter Gerhardt vom denkhausbremen e.V. vertrat die zivilgesellschaftliche Perspektive und klärte über mögliche Herausforderungen und Konflikte auf, die durch den Anbau nachwachsender Rohstoffe entstehen können.
Dennis Herzberg vom CLIB2021 – Cluster Industrielle Biotechnologie sprach über die Gestaltung der Bioökonomie in NRW, die vorliegende Bioökonomiestrategie des Landes NRW, beteiligte Akteure sowie die Rolle technologischer Entwicklungen.
Prof. Dr. Ralf Pude von der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn informierte über Möglichkeiten der Biomasseproduktion, d.h. über geeignete Pflanzen, ihren Anbau sowie ihre mögliche Nutzung.

Ergebnisse & Ausblick

Die Ergebnisse des Bürger*innenrats werden in einem Gutachten festgehalten und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit den Ergebnissen der Verbraucherbefragung des IZT zu ökonomischen, ökologischen und technologischen Entwicklungspfaden für Produkte aus Biomasse sowie den Ergebnissen der Stakeholder-Interaktionsanalysen (SHIA) des Fraunhofer UMSICHT mit relevanten Marktakteuren fließen sie in den „Zukunftsrat Bioökonomie NRW 2030“ ein

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Zukunftsrat Bioökonomie NRW 2030

Ziel
Ko-kreative Prozesse zwischen Zivilgesellschaft, Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft werden durch dieses Verfahren initiert. Gemeinsam  werden Ideen für eine zukunftsfähige und nachhaltige Bioökonomie in NRW entwickelt. Der Zukunftsrat wirft einen Blick in die Zukunft. In diesem Verfahren widmen sich die Beteiligten langfristigen Themen und Prozessen, die nicht nur die heutige, sondern auch zukünftige Generationen betreffen. Die Resultate werden in Form von Empfehlungen präsentiert.

Zukunftsrat Bioökonomie NRW 2030

Dieser findet Anfang 2020 statt. 20 Bürger+innen werden zufällig ausgewählt und diskutieren gemeinsam mit ausgewählten Expertinnen und Experten die vorliegenden Projektergebnisse. Auf dieser Basis entwickeln sie Zukunftsszenarien für die Gestaltung der Bioökonomie NRW sowie politische Handlungsempfehlungen. Die Empfehlungen an die Politik werdenauf einer Abschlusskonferenz öffentlich diskutiert.